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Projekt: Brain Shunt

Inhalt
Problematik
Zielsetzung
Ergebnisse
Projektpartner
 

Problematik

Das menschliche Gehirn ist von einer Flüssigkeit, dem sogenannten Liquor cerebrospinalis, umgeben, die ständig produziert, verlagert und wieder resorbiert wird. Im physiologischen Zustand stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Liquor-Produktion und Liquor-Resorption im Gehirn sowie Liquordrainage über den Spinalkanal ein. Ist dieses Gleichgewicht infolge von Fehlbildungen, Erkrankungen oder Unfällen gestört, entsteht das Krankheitsbild des Hydrozephalus (Wasserkopf).

Verfügbare Shuntsysteme zur Therapie des Hydrozephalus leiten überschüssigen Liquor stets passiv über druckgesteuerte Ventile in den Bauchraum ab, um eine kritische Erhöhung des intracraniellen Drucks (ICP) zu verhindern. Der Solldruck, bei dem das Ventil öffnet, ist konstruktionsbedingt in der Regel unveränderlich fest vorgegeben; einige Shuntsysteme ermöglichen bestenfalls eine nachträgliche Justierung. Verbesserte Ventile berücksichtigen auch Veränderungen der hydrostatischen Druckverhältnisse aufgrund von Lageänderungen des Patienten. Eine tageszeitabhängige Anpassung an die physiologischen Bedürfnisse des Patienten ist allerdings mit passiven Ventilen nicht möglich.  

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Obwohl sich der Gesundheitszustand der meisten Hydrozephaluspatienten durch Einsetzen eines Shunts dramatisch verbessern lässt, müssen diese doch mit Liquordrücken leben, die manchmal weit vom physiologischen Bereich entfernt sind. Eine den physiologischen Verhältnissen entsprechende Regulierung der Liquorzirkulation kann durch ein passives, differenzdruckgesteuertes Ventil alleine nicht bewerkstelligt werden. Darüber hinaus gibt es derzeit keine zuverlässige Möglichkeit zur kontinuierlichen Kontrolle der Shunt-Funktion durch eine nichtinvasive Methode.

Die Kontrolle erfolgt heute indirekt über die Befindlichkeit des Patienten in Kombination mit technischen Diagnoseverfahren. Alle diese Untersuchungen ergeben jedoch nur Moment-aufnahmen, die sich rasch verändern können und somit keine umfassende Kontrolle des Therapieerfolges ermöglichen.

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Zielsetzung

Nach dem erfolgreichen Verlauf der ersten Förderphase steht nun ein voll funktionstüchtiges Muster eines aktiven Hydrozephalus-Ventils zur Verfügung. Die technische Machbarkeit wurde damit in beeindruckender Weise demonstriert. Das Ziel der zweiten Projektphase besteht nun darin, dieses Implantat so weiterzuentwickeln, dass es den Bedingungen einer Serienfertigung gerecht wird und dass einer erfolgreichen Markteinführung nichts mehr im Wege steht. Hierfür sind zwingend folgende Entwicklungsschritte notwendig:

 

Das zum gegenwärtigen Zeitpunkt vorliegende Labormuster verfügt über eine programmierbare zeitliche Steuerung der Ventilöffnungs- und Schließzeiten. Damit stellt es schon jetzt ein innovatives Therapiemittel zur Behandlung des Hydrozephalus dar.

Mit dem im MOTIV-Projekt "Brain Shunt II" weiter zu entwickelnden Ventil lässt sich ein deutlicher Fortschritt gegenüber existierenden Shuntventilen erreichen.

Die wesentlichen Vorteile sind:

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Ergebnisse

Während der ersten Projektphase des MOTIV-Projektes "Brain Shunt" wurde das weltweit erste und einzige aktive Implantat zur Therapie von Hydrozephalus-Erkrankungen entwickelt, das nun als Muster zur Verfügung steht. Es arbeitet als binärer Schalter, der über einen programmierten tageszeitabhängigen Öffnungsrhythmus die Drainage von Liquor steuert. Mit Hilfe eines speziellen Programmiergerätes lässt sich der einprogrammierte Öffnungsrhythmus über eine induktive Schnittstelle nichtinvasiv verändern, um so eine individuelle Anpassung der Therapie an die Bedürfnisse des Patienten vornehmen zu können.

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Projektpartner

Fraunhofer Institut
für Biomedizinische Technik,
St. Ingbert
Christoph Miethke GmbH & Co KG,
Berlin
Aesculap AG & CO KG,
Tuttlingen

Projektleitung:

Christoph Miethke
Christoph Miethke GmbH & Co. KG
Im Europarc Dreilinden
Heinrich-Hertz-Str. 3a
14532 Kleinmachnow
Tel.: +49 (0)33203 / 305 930
E-Mail: info@miethke.com

Projektleitung Fraunhofer IBMT:

Dr. Oliver Scholz
Fraunhofer IBMT
Ensheimer Str. 48
66386 St. Ingbert
Tel.: +49 (0)6894 / 980 -157
E-Mail: oliver.scholz@ibmt.fhg.de

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